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Slowakei ausgezeichnet auf der politischen Weltbühne repräsentiert

Lörracher DHBW-Delegation kehrt mit herausragenden Auszeichnungen von Simulationskonferenz der Vereinten Nationen in New York zurück

Die DHBW Lörrach-Delegation 2019 v.l.n.r.: Melanie Lang, Anne Gretsch, Daniel Gerami, Nora Hilliger, Marc Mohnsen, Vanessa Kugler, Marc Schurhammer, Jessica Siebold, Alexander Karliczek, Selina Schmucker, Jan Lukas Todt, Luis Mendoza

Bereits zum achten Mal beteiligte sich die DHBW Lörrach mit einer Delegation aus zwölf Studierenden der dualen BWL-Studiengänge Gesundheitsmanagement, Logistik, Tourismus, International Business, Finanzdienstleistungen sowie International Business Management Trinational am ältesten Planspiel der UNO, dem National Model United Nations (NMUN) in New York. Mitte April repräsentierte die Delegation diesmal den EU-Mitgliedsstaat Slowakische Republik und vertrat dessen Interessen in den Bereichen Internationale Sicherheit & nukleare Abrüstung, Nachhaltige Entwicklung, Menschenrechte & Inklusion, Migration, Friedenssicherung und Umweltschutz. Zusammen mit 5000 Studentinnen und Studenten aus 45 Nationen debattierten sie sowohl in der Generalversammlung als auch in gesonderten Komitee-Meetings zu den von ihnen vorbereiteten Themen.

Wie auf dem wahren Parkett der Weltpolitik galt es, unter den studentischen Delegierten Verbündete für die Haltung des repräsentierten Landes zu finden, sich auf einen gemeinsamen Nenner zu einigen und diesen schließlich in einer ausgefeilten Resolution in englischer Sprache zu Papier zu bringen. Die besondere Herausforderung für die Lörracher Studierenden bestand darin, sich im Kreise der zahlreichen anderen zu behaupten, die vornehmlich Politikwissenschaften oder Jura studieren und sich per se öfter mit den Fragestellungen beschäftigt haben. Darüber hinaus war die Mehrheit der Teilnehmer in New York englische Muttersprachler. Schließlich galt es, nicht die eigene subjektive Haltung zu vertreten oder jene Deutschlands, sondern die der Slowakei, die die Lörracher Studierenden zuvor nur wenig kannten und deren Haltung zu außenpolitischen Fragen wie etwa der Flüchtlingspolitik der deutschen Haltung teils diametral entgegensteht.

Umso beachtlicher ist es, dass die Delegation auch dieses Mal mit mehreren Auszeichnungen aus New York zurückkehrte. Zwei der im Vorfeld der Simulationskonferenz eingereichten Positionspapiere wurden ausgezeichnet und in den Rang der  besten zehn Prozent aller eingereichten Dokumente gehoben. Es waren die Ausarbeitungen von Marc Schurhammer (BWL-Gesundheitsmanagement) und Jan Lukas Todt (BWL-Logistik) im Rahmen des Ersten Komitees der UN-Generalversammlung zur Internationalen Sicherheit. Ebenso wie Melanie Lang und Anne Gretsch (beide BWL-International Business), die mit ihrem Papier zum Schutz der Weltmeere vor Verschmutzung mit Mikroplastik sowie Luftverschmutzung und E-Waste überzeugen konnten. Zusätzlich wurde die gesamte DHBW-Delegation für ihr Auftreten und Engagement vor Ort mit einer Auszeichnung geehrt.

Damit ist die diesjährige Delegation der DHBW Lörrach die bisher erfolgreichste in der seit acht Jahren regelmäßigen Teilnahme am UNO-Planspiel.

« Wir sind unglaublich stolz auf unsere Studentinnen und Studenten, die in New York nicht nur das Land Slowakei, sondern mit ihrem tollen Ergebnis auch uns als Duale Hochschule ausgezeichnet repräsentiert haben. Die zwölf Studentinnen und Studenten haben gezeigt, welches Potenzial in ihnen steckt, haben neben dem normalen Studienalltag außerordentliches Engagement bewiesen, sich akribisch vorbereitet und herausragende Transferleistungen erbracht. Es ist ein enormer Erfolg, dass wir im Vergleich zu den vielen anderen Studenten weltweit renommierter Universitäten mehr als mithalten können und gibt unserem Konzept recht : junge Menschen dual auszubilden und sie fit zu machen für die wichtigen gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Fragen unserer Zeit », so Prof. Dr. Theodor Sproll, Rektor der DHBW Lörrach.

Neben den politischen und gesellschaftlichen Themen haben die teilnehmenden Studierenden sehr viel an Erfahrung und Eindrücken in New York gewonnen:

« Rückblickend betrachtet, ist es für mich einfach erstaunlich und gleichzeitig motivierend zu sehen, in wie kurzer Zeit man sich komplett neue Themen erschließen kann », resümiert Anne Gretsch. « Außerdem kann ich jetzt viel besser verstehen, wieso manche Entscheidungen in der UNO so lange dauern, auch wenn ihre Dringlichkeit noch so hoch ist », so Anne Gretsch weiter. Und Marc Schurhammer ergänzt : « Es ist wirklich eine Herausforderung, so viele unterschiedliche Charaktere und so viele Meinungen unter einen Hut zu bringen, Verbündete für die eigene Position zu finden – und das unter enormem Zeitdruck und in einem Rahmen, in dem vielfältigste kulturelle, wirtschaftliche und sprachliche Barrieren und Unterschiede aufeinandertreffen ».

« Ich habe in jedem Fall sehr viel für mein Berufs- und Privatleben mitgenommen », sagt Jan Lukas Todt. « Ich bin stolz auf uns, dass wir als einzige sozusagen fachfremde Studenten und als einzige Teilnehmer aus den Reihen aller Dualen Hochschulen in Baden-Württemberg so erfolgreich teilgenommen haben, dass wir in der Kommunikation und in den Debatten mit den highlevel native speakers mithalten konnten und ein Papier geschrieben haben, das besonders ausgezeichnet wurde. Das können wir selbst noch gar nicht so richtig begreifen. »

Zu verdanken haben sie diesen Erfolg und die sehr gute Vorbereitung auch Prof. Dr. Katarzyna Zukowska-Gagelmann, Professorin der Fakultät Wirtschaft an der DHBW, die sich um die Vorbereitung und Teilnahme der Lörracher Delegationen am NMUN kümmert: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit. Und ich freue mich jedes Mal zu sehen, wie sich die Studierenden der Delegation engagieren und sich persönlich weiterentwickeln. Gerade in diesem Jahr kommen wir mit einem exzellenten Ergebnis aus New York zurück. Ich hoffe, das zeigt einmal mehr, welchen Vorbildcharakter solche Projekte für unsere Studierenden und für uns als Duale Hochschule haben und dass dieses Engagement absolut förderungswürdig ist. In diesem Zusammenhang danke ich allen diesjährigen Sponsoren, die unsere Teilnahme so großzügig finanziell unterstützt haben und hoffe, sie auch 2020 wieder für dieses einzigartige Projekt gewinnen zu können.“