Dynamische Geschäftsprozesse und Vernetzung im Tourismus (2010)

Das Tourismusforum des Studiengangs BWL-Tourismus an der DHBW Lörrach hat auch in seiner vierten Auflage nichts an Attraktivität verloren. Über 80 Interessierte - darunter auch viele Studierende - zog es in das Forum der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, um den Expertenvorträge zu lauschen oder auch zu hören, wie sich der touristische Nachwuchs mit komplexen Themen fachlich auseinandersetzt.
"Dynamische Geschäftsprozesse und Netzwerkmanagement" - spätestens der Titel des 4. Tourismusforums zeigte, dass es sich bei dieser Veranstaltung weniger um die schöne Welt des Reisens, sondern um Visionen, Veränderungsprozesse und diversifizierte Managementthemen handelte; Thema und Aspekte, die ebenso in der Finanzwelt top aktuell sind, wie Hausherr André Marker, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Lörrach-Rheinfelden betonte.

Ebenso wie sich die Reisenden und ihre Ansprüche ändern, ebenso wie Internet und I-Pods die Prozesse im Booking quasi auf den Kopf stellen, müssen sich Anbieter von touristischen Leistungen sowie Tourismusorganisationen ebenso wie ein Anbieter von Flug- und Hotelreisen permanent auf neue Entwicklungen und Anforderungen einstellen. Es gehe darum, so Prof. Dr. Valentin Weislämle, in seinem Auftaktreferat, die neuen Entwicklungen des e-business in den Geschäftsprozessen zu adaptieren. Diese Integration allein reicht jedoch nicht aus; ohne ein professionelles Netzwerkmanagement kommen sowohl große Veranstalter als auch kleine Tourismusdestinationen nicht aus.

Mit großer Spannung erwartet wurde der Vortrag von Michael Kalt, der zu den Top Managern im Bereich Traveltechnology, zählt. Die Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Er entwarf seine persönliche Vision der zukünftigen Abwicklungsprozesse  in der Touristik. Die kleinen technologieorientierten Anbieter haben den großen Playern, wie TUI, Thomascook und Rewe, in den letzten 10 Jahren große Marktanteile abgenommen. Doch nun haben diese die Notwendigkeit zur Investition in die Technik erkannt und werden verlorenes Terrain zurückerobern.

Ein konkretes Beispiel, wie technologische Entwicklungen im Destinationsmanagement aussehen können, zeigte Frau Pahl-Humbert, Geschäftsführerin der Internationen Bodensee Tourismus GmbH. Sie beschrieb das Modell customercards in den Geschäftsprozessen der Touristik anhand der Bodensee-Karte.

Ebenso anwendungsorientiert und breit gefächert und spannend vorgetragen, waren die Beiträge der Studierenden, die sich in ihrer Bachelorarbeit dem Thema auf unterschiedliche Art und Weise näherten.
Frau Schäuble, vom Europa-Park, hatte das Thema Gutscheinkarte. In ihrem Referat beschrieb sie die möglichen Einsatzgebiete sowie Nutzen und Erlöspotentiale dieser Kundenkarte für den Europapark.
Timo Krause von der Kongress und Tourismus GmbH Karlsruhe, beschrieb die Möglichkeiten des Web 3.0 für das klassische Destinationsmanagement und ging speziell auf den Einsatz von Semantischen Suchmodellen ein.
Wissensmanagement und Prozessoptimierung stand bei Ellen Schmidt von der Wiesbaden Tourismus GmbH im Mittelpunkt der Arbeit. Konkret geht es um die Bearbeitung von Anfragen und deren Optimierung.
Frau Luzia Hütten testete ein Database-Marketing-Modell beim Reiseveranstalter Sparmit! Reisen aus Basel. Wie aus dem Lehrbuch brachte der Einsatz dieser Management-Methoden signifikante Buchungs- und Umsatzsteigerungen.
Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Podiumsdiskussion mit allen Referenten, wo auf die Fragen der zahlreich erschienenen Gäste eingegangen wurde.
Im Bild: André Marker, Vorstandsvorsitzender Sparkasse Lörrach-Rheinfelden, Prof. Dr. Bernd Martin, Rektor DHBW Lörrach, Michael Kalt, Geschäftsführer Get all media, Prof. Dr. Valentin Weislämle, Studiengangsleiter BWL-Tourismus