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„Die App ist nicht alles, aber ohne die App ist alles nichts.“

Seinen Studium Generale Vortrag „die digitale Mobilitätsrevolution“ untermalte Prof. Dr. Andreas Knie mit sehr viel eigener Mobilität, Humor und einer Prise Pessimismus („Deutschland kann keine Innovation“). Dass das Thema Mobilität und Verkehr auch in Lörrach brennt, zeigten die vielen Besucher des gut gefüllten Georg H. Endress Auditorium, darunter Kreis- und Gemeinderäte.

Prof. Dr. Andreas Knie (Politikwissenschaftler am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und Hochschullehrer an der TU Berlin) und Prof. Dr. Sebastian Feichtmair (Studiengangsleiter BWL-International Business an der DHBW Lörrach)

… auch eine Form der Elektromobilität in Lörrach

Im Verkehr der Zukunft nehme das Smartphone eine Hauptrolle ein. Digital wird der schnellste und günstigste Weg zwischen A und B gefunden und wie der Weg danach zurückgelegt würde, ob im BMW oder im selbstfahrenden No-Name-Bus, sei dem Nutzer egal. Die App auf dem Smartphone sei wie eine Brille, was dort nicht erscheine, existiere für den Nutzer nicht. Die Liebe der Deutschen zu Ihrem Auto kühle scheinbar zunehmend ab – deutlich sei dies bereits bei jungen Menschen zu sehen.

Davor nahm der Referent seine Zuhörer durch die Geschichte der Mobilität der letzten 100 Jahre mit. Wie im alltäglichen Verkehr nahm auch in seinem Vortrag das Auto die Hauptrolle ein. Er spannte einen weiten Bogen von den Autobahnen und notwendigen Stellplätzen in den 30ern in Deutschland bevor es überhaupt Autos gab, vom Umbau der Städte in den 50ern und der noch andauernden Subvention des Autoverkehrs in Deutschland durch die Allgemeinheit bis jetzt. Dies alles habe dazu geführt, dass in Deutschland mittlerweile 65 Millionen Autos bei 80 Millionen Einwohnern zugelassen seien, was zu den bekannten Verkehrsproblemen (Umweltbelastung, Staus etc.) geführt habe.

Doch die deutsche Autoindustrie müsse dringend umsteuern, ihr Geschäftsmodell der Verbrennungsmotoren sei nicht zukunftsfähig. Auch die Regierung nahm er in die Pflicht die Gesetze und dabei insbesondere das Personenbeförderungsgesetz, die noch aus der (autozentrierten) Adenauerzeit kämen, seien zu reformieren. Sonst bliebe weiterhin festzustellen „Deutschland kann keine Innovation“. In Ländern wie Singapur und Teilen Chinas sei bereits klar, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt keine neuen Autos mit Verbrennungsmotor mehr zugelassen würden und dies sei erst der Anfang.

Weitere Informationen und ausführliche Berichte veröffentlichten:
Badische Zeitung
Die Oberbadische

Gleich vormerken:
Am 14.05.18 um 18 Uhr findet erneut ein Fachvortrag im Rahmen des Studium Generale im Georg H. Endress Auditorium der DHBW Lörrach von Prof. Dr. Walter Dettling statt.

Die Teilnahme an den Veranstaltungen des Studium Generale ist kostenfrei. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich, erleichtert jedoch die Raumplanung.