Konzeption

Bild Konzeption Mechatronik Trinational

Studieren mitten in Europa

Wer neugierig auf unsere Nachbarländer Frankreich und Schweiz ist sowie darauf brennt, in andere Kulturen einzutauchen und auf die Menschen im Dreiländereck einzugehen, der ist bei uns genau richtig.

Alle Studierenden eines Studiengangs (insgesamt ca. 30 aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland) lernen vom ersten Tag ihres Studiums gemeinsam in einer Gruppe und verbringen Ihre Studienzeit wechselweise an den drei Hochschulstandorten, stets betreut von einem trinationalen Team von Dozenten/innen. Da so alle Studierenden zwei Drittel ihrer Studienzeit im Ausland studieren, ist der Grad der Internationalität besonders ausgeprägt. Dies erfordert allerdings ein besonderes Maß an Flexibilität, Engagement, Toleranz und den Willen, mit Menschen aus anderen Ländern zusammen zu arbeiten.

Insgesamt haben bereits über 400 Studierende seit 1997 den trinationalen Studiengang Mechatronik begonnen und über 210 Absolventen die Diplome / Bachelor-Abschlüsse aller drei Hochschulen erhalten.

Organisation

Die Studiendauer beträgt 3,5 Jahre und umfasst neben sechs Vorlesungssemestern mehrere Industrieaufenthalte, in denen die erworbenen Kompetenzen in der Praxis vertieft werden. Die Vorlesungen werden semesterweise abwechselnd in Mulhouse, Muttenz und Lörrach angeboten, so dass jeder Studierende zwei Studiensemester in jedem der drei beteiligten Länder verbringt. Alle Studierende müssen drei (spezielle) Industriephasen (Stages) absolvieren.

Den prinzipiellen Ablauf zeigt folgendes Diagramm:

Digaramm Mechatronik Trinational

Der gesamte Studiengang ist zunächst jährlich auf ca. dreißig Studierende ausgelegt, von denen je zehn aus jedem Land kommen sollen. Diese trinationale Gruppe bildet für das gesamte Studium einen gemeinsamen Kurs. Vorlesungen und praktische Übungen in kleinen Gruppen sowie die individuelle Betreuung erleichtern das Studium und ermöglichen die Anwendung moderner Lehr- und Lernmethoden ebenso wie die intensive Nutzung von Hard- und Software durch jeden einzelnen Studierenden. Jeder der drei Ausbildungsorte wird seine Angebote auf sein Spezialgebiet ausrichten.

DHBW-Studierenden müssen gemäß dem BA-Modell einen Ausbildungsvertrag über 3,5 Jahre abschließen. Dieser läuft beispielsweise für den Studienbeginn 2007 vom 17.09.2007 bis 31.03.2011. Empfohlen wird zudem ein Vorpraktikum.

Für den DHBW-Studierenden ergibt sich der bekannte Wechsel zwischen Theorie und Praxis, wie er in der nachfolgenden Tabelle gezeigt ist.

In der Summe ist der DHBW-Studierende 92 Wochen (51%) von 182 Wochen im Unternehmen.

Tabelle Studium Mechatronik Trinational

Die Studierenden können sich zu diesem Studium entweder an der
Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach, der
Université de Haute-Alsace oder der 
Fachhochschule Nordwestschweiz anmelden. Jede Institution kann die Bewerber nach zusätzlichen Kriterien auswählen.  

Anforderungen

Es werden Kenntnisse in der jeweiligen Fremdsprache vorausgesetzt, die einem drei- bis vierjährigen Sprachunterricht entsprechen, d.h. es wird erwartet, daß sich die Studierenden zu Beginn des Studiums an Gesprächen in der Fremdsprache beteiligen und einfache Texte verstehen können.

Für die Aufnahme an einem der drei Ausbildungsorte sind folgende Voraussetzungen zu erfüllen:

  • Deutschland: Abitur (allgemein oder fachgebunden), Ausbildungsvertrag
  • Frankreich: Baccalauréat S oder STI Génie Mécanique, Génie électronique oder Génie électrotechnique
  • Schweiz: Matura (ohne vorherige Berufspraxis) oder Berufsmatura

Abschlüsse

Die Studierenden erhalten nach erfolgreichem Studienverlauf Abschlüsse aus allen drei Ländern, d.h. einer Universität (F), einer Fachhochschule (CH) und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (D).

Nach 4 Semestern:

  • Diplôme Universitaire de Technologie DUT (F)

Nach 6 Semestern:

  • Bachelor bzw. Licence der Université de Haute Alsace (F)

Nach 6 Semestern + Bachelorarbeit

  • Bachelor of Science der Fachhochschule Nordwestschweiz (CH)

  • Bachelor of Engineering der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Lörrach  (D)

  • ein spezielles Zertifikat des Trinationalen Ausbildungsgangs

Anschließend kann man bei entsprechender Qualifikation in Masterprogramme einsteigen. Eine spezielle Option bietet ein aufbauendes Masterprogramm an der Université de Haute-Alsace (F).

Berufliche Perspektiven

Die Studierenden sollen auf der Basis einer breiten Ingenieurausbildung zusätzliche Qualifikationen erwerben und die Kultur und Unternehmensphilosophien in den drei Ländern kennen lernen - kurz, eine internationale Managementkompetenz aufbauen.

Dies zeigt sich im Tätigkeitsfeld der Absolventen, die in vielen Bereichen der Unternehmen - vorwiegend in internen und externen Schnittstellenfunktionen - eingesetzt werden. Konkret heißt das Projektmanager, Produktingenieur oder -manager, Technischer Service-Ingenieur oder auch Key-Account-Manager.

Trotz ihrer vergleichsweise kurzen Berufserfahrung arbeiten die Ingenieure bereits international. Unternehmen, die Trinat-Absolventen einstellen sind Konzerne wie DaimlerChrysler, BMW, Audi oder Siemens und international ausgerichtete KMU's wie Raymond, Wampfler, Rietschle sowie Firmen, die in den drei Ländern der Regio vertreten sind.

Für die Absolventen, die sich durch die Auswahl von Wahloptionen mit betriebswirtschaftlichen Inhalten vertieft haben, eröffnet sich insbesondere der Einsatz in der gesamten Wertschöpfungs- und Logistikkette, d.h. dem Zusammenspiel zwischen Zuliefern, Systemherstellern und (End-)Kunden - im Supply-Chain-Management. 

Gerade hierbei kann der Trinat-Absolvent von seinen erlernten Fähigkeiten wie interkulturelle Kompetenz, Offenheit und Unvorgenommenheit sowie der Kommunikationskompetenz profitieren.