8. Lörracher Logistik Forum 2010

Corporate Social Responsibility

Namhafte Referenten hielten am 20. März 2010 im Rahmen des 8. Lörracher Logistik Forums, das wiederum eine Gemeinschaftsveranstaltung des Studiengangs BWL-Spedition, Transport und Logistik mit der Regionalgruppe Oberrhein der Bundesvereinigung Logistik (BVL) war, Vorträge zum Thema Corporate Social Responsibility in der Logistik. Der Wirtschaftsminister des Landes Baden-Württemberg, Ernst Pfister, steuerte ein ausführliches Grußwort bei. Weitere Referenten waren Kurt Grieshaber, Vorstandsvorsitzender der Grieshaber Logistics Group AG in Bad Säckingen, Klaus Hellmann, geschäftsführender Gesellschafter der Hellmann Worldwide Logistics GmbH & Co. KG in Osnabrück und Ulf D. Posé, Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft in Frankfurt/M.

Im Rahmen ihrer Einführung machten Prof. Schwolgin und Prof. Trump deutlich, dass unternehmerische Verantwortung aus Corporate Social Responsibility und Economic Responsibility besteht. Sie forderten gerade die mittelständischen Logistikdienstleister auf, selbstbewusster über ihr vielfach sehr großes Engagement auf diesem Gebiet zu sprechen. Die DHBW Lörrach würde im Rahmen des Dualen Studiums versuchen, den Studierenden die Bedeutung von Werten für eine verantwortungsvolle Tätigkeit in der Wirtschaft zu vermitteln.

In seinem Grußwort unterstich der Wirtschaftsminister Pfister, dass verantwortliches Handeln von Unternehmen in Wirtschaft und Gesellschaft Vertrauen schafft und insgesamt zu einer Steigerung des Ansehens der Wirtschaft führe. "Im Zentrum eines jeden Unternehmens stehen daher die Unternehmenspersönlichkeit und die Mitarbeiter. Ihre inneren Haltungen, ihre Werte und ihre Fähigkeiten sind für den Erfolg und ihre Zufriedenheit entscheidend. Beiderseitiges Engagement ist die Voraussetzung für die Entwicklung des Unternehmens im Schnellen Wandel und spiegeln sich im Erfolg des Unternehmens wider."

Den Begriff des Vertrauens nahm Kurt Grieshaber in seinem Vortrag "Vertrauen ist die Luft, die uns umgibt" auf. Er zitierte den Königsberger Philosophen Immanuel Kant: "Moralische Freundschaft ist das das das völlige Vertrauen zweier Personen in wechselseitiger Eröffnung ihrer geheimen Urteile und Empfindungen, soweit sie mit beiderseitiger Achtung gegen einander bestehen kann!" Ohne dieses Vertrauen, so Grieshaber, sei jede Begegnung zwischen Menschen unmöglich. In einer globalisierten Welt sei das aktueller denn je. Vertrauen in die Politik, in Institutionen, Strukturen und Gesetzmäßigkeiten ist angesichts der immer komplexer werdenden Prozesse zunehmend wichtiger. Wer sich auf etwas neues einlassen will, benötigt Vertrauen. "Vertrauen bedeutet, mit anderen umzugehen, als ob alles gut geht, ohne die Gefahren zu leugnen."

"Als Familienunternehmen leben wir seit Generationen eine Unternehmenskultur, in der Respekt, gelebte Partnerschaften und Vertrauen unsere tägliche Arbeit in allen Teilen des Unternehmens bestimmen", sagte Klaus Hellmann in seinem Vortrag über die Hellmann DNA. Wie jeder Mensch habe auch jedes Unternehmen seine eigene DNA in der Form einer einzigartigen Kultur und eines spezifischen Weges, das Geschäft zu betreiben. Die Hellmann DNA sichere das nachhaltige Bestehen des Unternehmens über Generationen hinaus und ermögliche den neuen Mitarbeitern weltweit, die Werte des Unternehmens anzunehmen und vor allem zu leben. Dies komme in den fünf Leitgedanken der F.A.M.I.L.Y zum Ausdruck, die der Gast in seinem Vortrag erläuterte. Das Y bringt alles auf den Punkt: "YOU AND ME!"

Der Präsident des Ethikverbandes der Deutschen Wirtschaft, Ulf D. Posé, setzte sich sehr grundsätzlich mit der Frage auseinander, warum Unternehmen von der Wirtschaftsethik profitieren. Eine seiner Kernthesen war, dass Ethik und Gewinn keine Gegensätze seien, sondern sich gegenseitig bedingen. Gutes Management verlange ethische Kompetenz. Dies erläuterte er an Hand positiver und negativer Beispiele aus der jüngsten Vergangenheit. Energisch riet er von unethischem Verhalten ab, nicht zuletzt, weil ein solches Verhalten spätestens mittelfristig zu beachtlichen Kosten führe. Anknüpfend an das Bild es ehrbaren Kaufmanns schloss er mit der These: "Ethische Führung erfordert Vertrauen." Vertrauen würde wiederum durch Kompetenz, Angemessenheit und Zuverlässigkeit bestimmt.